Kastration und Operationen bei Hund, Katze und Kaninchen
Wenn Sie Ihr Tier kastrieren lassen, bekommen Sie Voruntersuchung, Eingriff, Narkoseüberwachung und Nachkontrolle aus einer Hand. Sie geben es nicht an ein Team ab, sondern an die Ärztin, die es kennt.
- Sprechzeiten
- Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr
Termine oft noch am selben Tag - Im Notfall
- 0177 5834713
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Was vor der Operation passiert
Die meisten Sorgen vor einem Eingriff gelten der Narkose, nicht der Operation. Zu Recht, dort liegt das Risiko. Deshalb steckt meine meiste Arbeit in der Vorbereitung.
Vor jedem geplanten Eingriff untersuche ich Ihr Tier gründlich: Herz und Lunge abhören, Schleimhäute, Gewicht, Alter, Vorerkrankungen. Bei älteren Patienten und immer dann, wenn ich unsicher bin, kommt ein Blutbild dazu. Weil das Labor im Nebenraum steht, geht das im selben Termin und ohne zusätzliche Wege.
Die Werte entscheiden mit, welche Narkosemittel ich wähle und wie ich dosiere. Eine Niere, die nicht mehr voll arbeitet, verträgt manche Substanz schlechter, und das weiß man vorher oder gar nicht. Wenn ein Wert dagegen spricht, verschiebe ich den Termin lieber, als das Risiko zu tragen.
Dazu klären wir den Zeitpunkt. Bei einer Hündin sollte zwischen Läufigkeit und Eingriff genug Abstand liegen, bei jungen Hündinnen gibt es je nach Rasse und Größe ein sinnvolles Zeitfenster, meist nach der ersten oder zweiten Läufigkeit, und bei einem Kater ist es meistens unkompliziert.
Am Tag der Operation muss Ihr Tier nüchtern sein. Wie lange, sage ich Ihnen beim Vorgespräch, denn pauschale Angaben aus dem Internet passen nicht auf jedes Tier. Kaninchen und Meerschweinchen dürfen ausdrücklich weiterfressen, bei ihnen wäre Nüchternheit gefährlich.
Wie ein Eingriff bei mir abläuft
Sie bringen Ihr Tier morgens und holen es am Nachmittag wieder ab. Was dazwischen passiert, sollten Sie wissen, denn genau davor haben die meisten Angst.
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1
Ankommen und letzte Kontrolle
Vor der Narkose sehe ich Ihr Tier noch einmal an, wiege es und lege einen Venenzugang. Über den läuft später die Infusion, und im Notfall habe ich damit sofort einen Weg in den Kreislauf, ohne erst suchen zu müssen.
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2
Narkose, dosiert auf dieses Tier
Die Vollnarkose wird nach Gewicht, Alter und Befund berechnet, nicht nach Schema. Ihr Tier schläft innerhalb weniger Sekunden ein. Schmerzmittel bekommt es vor dem ersten Schnitt, nicht danach, weil vorbeugende Schmerztherapie nachweislich besser wirkt.
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3
Der Eingriff, unter ständiger Überwachung
Während der Operation laufen Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Atmung mit. Ihr Tier liegt auf einer Wärmematte, denn in Narkose kühlt ein Körper schnell aus, und Auskühlung ist eine der häufigsten Ursachen für eine schwierige Aufwachphase.
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4
Aufwachen, nicht allein
Nach der Operation liegt Ihr Tier warm und ruhig, und jemand schaut regelmäßig nach ihm. Die Aufwachphase ist der Abschnitt, in dem am meisten schiefgehen kann, und deshalb bleibt niemand unbeobachtet in einer Box.
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5
Übergabe mit Anleitung
Beim Abholen gehen wir durch, was zu Hause zu tun ist: Medikamente, Wundkontrolle, wie viel Bewegung erlaubt ist und woran Sie merken, dass etwas nicht stimmt. Sie bekommen das schriftlich mit, weil man an so einem Tag die Hälfte wieder vergisst.
Kastration bei Hund, Katze und Kaninchen
Der chirurgische Eingriff heißt überall gleich, die medizinischen Fragen davor sind sehr verschieden. Das Wichtigste je Tierart, alles Weitere besprechen wir im Termin.
Hund
Die Kastration beim Hund: Beim Rüden ein kleiner Schnitt vor dem Hodensack, beide Hoden werden entfernt, die Heilungszeit ist kurz. Bei der Hündin ein Bauchschnitt, bei dem Eierstöcke und meist auch die Gebärmutter entfernt werden.
Was sich ändert: keine Läufigkeit, keine Gebärmutterentzündung als häufige Erkrankung älterer Hündinnen, deutlich seltener Mammatumoren. Was sich nicht ändert: der Charakter. Ein unsicherer Hund wird nicht souverän, ein hoher Jagdtrieb bleibt. Der Stoffwechsel wird ruhiger, kastrierte Rüden und Hündinnen neigen deshalb zu Übergewicht, das ist einer der Nachteile einer Kastration.
Katze
Beim Kater ist die Kastration klein und schnell, die Kastration bei der Katze läuft über einen kurzen Schnitt in der Flanke oder am Bauch. Beide sind am selben Tag wieder zu Hause.
Bei Freigängern ist die Kastration keine Geschmacksfrage: Unkastrierte Kater streunen weit, geraten in Revierkämpfe und holen sich dabei Bisswunden und Infektionen. Unkastrierte Katzen bekommen Nachwuchs, für den es keine Plätze gibt. Sinnvoll ist der Eingriff, sobald ein Tier geschlechtsreif wird, also meistens im ersten Lebensjahr.
Kaninchen
Kaninchen kastriere ich regelmäßig, und in einer Gruppenhaltung führt kaum ein Weg daran vorbei. Beim Rammler ist die Frühkastration üblich, kurz nachdem die Hoden herabgetreten sind. Nach dem Eingriff bleibt er noch einige Wochen zeugungsfähig, das wird gern übersehen.
Kaninchen dürfen vor der Narkose fressen und sollen es sogar. Ihr Verdauungstrakt darf nicht stillstehen, deshalb geht es nach der Operation vor allem darum, dass sie schnell wieder Appetit bekommen.
Kastration oder Sterilisation, was ist was?
Die beiden Wörter werden im Alltag durcheinandergeworfen, gemeint ist aber Verschiedenes. Der Unterschied entscheidet, was sich bei Ihrem Tier verändert.
Kastration: die Keimdrüsen werden entfernt
Also Hoden beziehungsweise Eierstöcke. Damit endet nicht nur die Fortpflanzung, sondern auch die Produktion der Sexualhormone. Genau das ist meistens gewollt: keine Läufigkeit, keine Rolligkeit, kein hormonell getriebenes Streunen.
Sterilisation: die Keimdrüsen bleiben
Durchtrennt werden nur Eileiter oder Samenleiter. Das Tier bekommt keinen Nachwuchs mehr, der Hormonhaushalt bleibt aber unverändert. In der Kleintiermedizin wird das selten gemacht, weil der hormonelle Teil der Grund für den Eingriff ist.
Wenn Sie unsicher sind, ob und wann eine Kastration sinnvoll ist, rufen Sie an und fragen. Ich habe kein Interesse daran, ein gesundes Tier ohne medizinische Indikation zu operieren, und es gibt Fälle, in denen ich davon abrate oder erst einmal abwarten würde.
Bei einer Hündin lässt sich der hormonelle Zustand vorab auch medikamentös testen, wenn die Entscheidung schwerfällt. Das ist ein Umweg, aber manchmal der ehrlichere.
Knoten, Tumoren und verschluckte Dinge
Kastrationen sind der häufigste, aber nicht der einzige Grund für eine Operation. Was ich sonst regelmäßig operativ mache, und was jeweils davor steht.
- Knoten unter der Haut, vorab beurteilt über eine Zellprobe im Haus.
- Lipome, also gutartige Fettgewebsgeschwulste, wenn sie stören oder wachsen.
- Mammatumoren bei Hund und Katze, meist bei älteren, unkastrierten Weibchen.
- Fremdkörper, die verschluckt wurden und nicht von allein wieder herauskommen.
- Wundversorgung nach Bisswunden, Schnitten und Unfällen.
- Abszesse, die eröffnet, gespült und antibiotisch behandelt werden.
- Biopsien, wenn eine Gewebeprobe die Diagnose bringen muss.
- Zahnextraktionen, oft zusammen mit einer Zahnbehandlung unter Narkose.
Bei einem neu entdeckten Knoten ist der erste Schritt fast nie die Operation, sondern die Zellprobe. Sie dauert wenige Minuten, braucht keine Narkose und beantwortet oft schon, ob wir überhaupt operieren müssen. Was dabei sichtbar wird, steht bei der Zytologie im Hauslabor.
Nachsorge: die Tage nach der Operation
Die Heilung entscheidet sich zu Hause. Die meisten Komplikationen entstehen nicht im Operationssaal, sondern in der Woche danach, und fast alle sind vermeidbar.
- Halskrause, Halskragen oder Body
- müssen bleiben, bis die Wunde zu ist. Ein Tier leckt eine frische Naht in zwei Minuten auf, und dann fängt alles von vorn an.
- Ruhe statt Schonung auf dem Papier
- heißt kurze Leinengänge statt Toben, kein Springen aufs Sofa, keine Treppen, wenn es sich vermeiden lässt.
- Wundkontrolle bei mir
- ist Teil des Eingriffs und kein Extra-Termin. Fäden ziehen, falls welche gesetzt wurden, meistens nach zehn bis vierzehn Tagen.
- Wann Sie anrufen sollen
- bei Fieber, geschwollener oder nässender Wunde, wenn Ihr Tier nicht frisst oder auffällig ruhig bleibt. Lieber einmal zu früh.
Als eine Kastrationswunde nicht heilen wollte
„Zu unserem Glück hatten wir am gleichen Tag einen Termin bei Dr. Cavalcanti bekommen, die sich die Wunde sofort ansah und unsere Befürchtungen bestätigte. Die Fäden hatten sich nicht aufgelöst und die Wunde entzündet, es stand schlimm um unsere kleine Katze. […] So kam der nächste Morgen und der Anruf: Lupina muss nicht nochmals operiert werden, da die Antibiotika-Behandlung anschlägt. Dank Dr. Cavalcantis Geduld blieb unserer jungen Katze eine weitere Operation erspart.“
Ein pauschaler Preis für eine Kastration wäre nicht seriös. Was der Eingriff kostet, hängt an Art und Größe des Tieres, am Geschlecht, an der Dauer der Narkose und daran, ob eine Voruntersuchung, Schmerzmittel für zu Hause oder eine Halskrause dazukommen. Eine Kastration beim Kater ist ein anderer Aufwand als ein Bauchschnitt bei einer großen Hündin.
Deshalb bekommen Sie vor jedem geplanten Eingriff einen Kostenvoranschlag, und zwar bevor ein Termin feststeht. Wenn während der Operation etwas hinzukommt, das vorher nicht absehbar war, rufe ich Sie an, sobald Ihr Tier stabil ist.
Termin für eine Operation
- Rufen Sie an, dann besprechen wir Zeitpunkt und Vorbereitung und Sie bekommen den Kostenvoranschlag.
- Ihr Tier muss am Operationstag nüchtern sein. Wie lange genau, sage ich Ihnen beim Termin, bei Kaninchen gilt etwas anderes.
- Planen Sie den Tag so, dass Sie abends zu Hause sind. Die erste Nacht nach der Narkose ist die, in der man dabei sein sollte.
Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr
Kirdorfer Straße 14, Bad Homburg